Reisen in der
Schweiz
Der Tourismus in der Schweiz
ist fast so alt wie die Schweizer Berge. Schon Caesar war
fasziniert von der prächtigen Bergwelt und in der großen
Literatur finden sich immer wieder Zitate über die
beeindruckenden Landschaften, welche dieses kleine Binnenland
weltberühmt machen. Dem Tourismus zuträglich sind bestimmt auch
Filmproduktionen, die international große Beachtung fanden, so
wurden Szenen zu James Bond Filmen hier gedreht, das berühmte
„Heidi“ spielt in den Alpen oberhalb von Sargans und nicht zu
vergessen sind die zahllosen Produktionen der indischen
„Bollywood“-Filmwelt, die in asiatischen Ländern ein
Millionenpublikum erreichen.
Die Schweiz hat tatsächlich
mehr zu bieten, als Schokolade und Käse, auch wenn diese
leckeren Produkte bei ausländischen Gästen reissenden Absatz
finden. Die Stadt Zürich liegt in der Rangliste der Städte mit
der größten Lebensqualität seit Jahren auf den
Spitzenpositionen. Luzern zieht mit der weltberühmten
Kapellbrücke Millionen Touristen an und zuletzt sei natürlich
auch das Matterhorn erwähnt, das in den Walliser Alpen
wunderschön gelegene Wahrzeichen der Schweiz – auch wenn es
genau genommen nur zur Hälfte in der Schweiz liegt, die andere
Hälfte gehört zu Italien von wo aus es aber nicht annähernd so
schön aussieht, wie beim Flanieren durch Zermatt.
Dem Tourismus hat man sich in
der Schweiz schon sehr früh angenommen. Schon vor zwei
Jahrtausenden galten die heilenden Thermen als ein beliebtes
Reiseziel der badefreudigen Römer. Die Hospize wurden im achten
Jahrhundert am Fuße oder auf der Höhe bekannter Alpenübergänge
wie Grosser St. Bernhard, Simplon oder Gotthard errichtet und
nahmen die Durchreisenden auf. Von hier aus versprachen sich
die Besucher eine Weiterreise in unbekannte Welten, doch
blieben auch einige in den kalten Wintern stecken. Im
Mittelalter entwickelten sich zum Teil heute noch bestehende
Heilbäder - zum Beispiel im aargauischen Baden - zu
eigentlichen touristischen Zentren. Auch die Bildungsstätten,
besonders die Universität Basel, übten im während Jahrhunderten
ihre Anziehungskraft auf die Welt der Wissenschaft aus. Auch
das Naturerlebnis wurde in der Folge von einer ständig
wachsenden Zahl von Reisenden gesucht und selbst von Goethe
beschrieben und verherrlicht.
Ab dem 19. Jahrhundert erlebte der Schweizer Tourismus mit der
stetigen Verbesserung des Beförderungs- und
Beherbergungsangebotes einen immer bedeutungsvolleren
Auftrieb.
Die Engländer taten sich seit
der Mitte des 18. Jahrhunderts als eigentliche Entdecker der
Alpen hervor und stellten damals auch die meisten Gäste im
Schweizer Tourismus. Sie waren es, welche das Skilaufen ins
heutige Skisportland Schweiz brachten und es waren auch
britische Besucher, die im Jahre 1864 in St. Moritz als die
ersten internationalen Wintergäste in der Schweiz registriert
wurden. Ebenfalls in diese Zeit fällt auch die erste durch das
Reiseunternehmen von Thomas Cook organisierte
Gesellschaftsreise in die Schweiz. Der machte zwar auch Krisen
durch, die von weltpolitischen Ereignissen beeinflusst waren,
doch erholte sich dieser selbst in der Nachkriegszeit sehr
schnell und erlebt seit den 1950er Jahren einen anhaltenden
Aufschwung. Dieser übertraf und übertrifft auch die
optimistischsten Prognosen von Jahr zu Jahr und heute
verzeichnet die Schweizer Hotellerie über 40 Millionen
Logiernächte pro Jahr, was im Vergleich zur Bevölkerungszahl
von rund sieben Millionen Einwohnern eine sehr beachtliche Zahl
ist.
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